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Der Kulturförderpreis |
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Seit meiner Übernahme des Vorsitzes der Kulturpreisjury des Main-Kinzig-Kreises im Jahre 1989 ist es meine schwerpunktmäßige Aufgabe, mich mit dem besonderen Aspekt der Förderung junger Preisträgerinnen und Preisträger zu beschäftigen. Nachdem sich der Kulturpreis des Main-Kinzig-Kreises, der im Jahre 1976 ins Leben gerufen wurde, schon einen Namen weit über den Main-Kinzig-Kreis hinaus geschaffen hatte und man bemerkt hatte, dass wegen der vielen älteren zu ehrenden Künstler und Heimatforscher kaum junge aufstrebende Künstler "zu Wort kamen" (sie konnten ja schließlich noch kein "Lebenswerk" vorweisen!), entschloss man sich 10 Jahre später (1986), zusätzlich zu dem Kulturpreis einen Förderpreis für den künstlerischen Nachwuchs auszuloben und diesen mit einer Teilsumme des Preisgeldes auszustatten. Er wird zusammen mit dem Kulturpreis verliehen. Die Intention war und ist , junge Künstlerinnen und Künstler während ihrer Entwicklung zu fördern, sei es schon während ihrer schulischen, musischen Ausbildung, während des Studiums oder auch während einer künstlerischen Ausbildung neben Studium oder Berufstätigkeit, wobei keine starre Altersgrenze nach oben bzw. unten festgelegt wurde. Die Jury wollte und will mit dieser Art von finanzieller, aber auch ideeller Unterstützung jungen Menschen, die das auch heute noch existente Wagnis eingehen, eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen, helfen, ihren Weg fortzusetzen und ihnen auf diese Weise durch Vermittlung von Ansprechpartnern und künstlerischen Außendarstellungsmöglichkeiten einen Rückhalt zu geben. Diese jungen Menschen verdienen unsere besondere Hochachtung, denn wer hat nicht immer noch den Gedanken im Hinterkopf, dass Kunst eine "brotlose" Tätigkeit sei, d.h. dass Lebensplanung, Berufsaussichten, Einkommen aus dieser Tätigkeit unsicher seien! Gerade deshalb ist es mehr als sinnvoll, diesen Mut der jungen (angehenden) Künstlerinnen und Künstler zu stärken und ihnen zu zeigen, dass sie neben ihren Eltern bzw. Partnern noch andere "Unterstützer" haben, auf die sie zurückgreifen können. Die Verleihung des Kulturförderpreises des Main-Kinzig-Kreises das ist eine Aufwertung, eine Imagewerbung, die man nicht unterschätzen darf. Allerdings ist es für die Jury nicht einfach, talentierte, förderungswürdige junge Künstlerinnen und Künstler zu finden. Die jährliche Auslobung des Preises über die Presse, ja selbst persönliche Anschreiben an Schulen, Musikschulen und Werkstätten vermochten nicht, jedes Jahr eine Auswahl von geeigneten Bewerberinnen und Bewerber vorgeschlagen zu bekommen. Da müssten gerade die, die "fest im Sattel sitzen", ein waches Auge auf den Nachwuchs haben und qualifizierte junge Leute vorschlagen, denn diese sind es, die die künstlerische Zukunft ausmachen (sollen)! Auffällig ist auch, dass die meisten Förderpreisträger/innen aus dem Bereich der Musik kommen, kaum aus dem der bildenden Kunst, was Rückschlüsse auf die Förderung schon in jugendlichem Alter zulässt der künstlerische Bereich der Malerei/Graphik/Bildhauerei bleibt fast gänzlich außen vor! Insgesamt gesehen scheint mir, was die Wirkung nach außen sowie den Grad der Unterstützung betrifft, dass der Förderpreis eine sehr wichtige Bedeutung hat und ebenso zu einer Würdigung künstlerischer Tätigkeit gehört wie der eigentliche Kulturpreis wie soll eine/r talentierte/r Künstler/in sonst während der Entwicklung seiner/ihrer Fähigkeiten eine bessere Anerkennung und Bestätigung seines/ihres intendierten bzw. begonnenen künstlerischen Lebensweges finden? Heidi Bär Vorsitzende der Kulturpreisjury |
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