2004 krause

2004 • Musik

Carlos Krause

Hamburg 1936

Walter-vom-Rath-Straße 7 • 60320 Frankfurt/Main



Carlos Krause

Carlos Krause ist ein charismatischer Sänger und Gesangslehrer und ein Opernenthusiast. Obwohl er erst im Alter von zwanzig Jahren, sozusagen als Quereinsteiger und "Einspringer" mit Gesangsunterricht begonnen hat, um eine Profi-Karriere als Bass und Bariton voranzutreiben, hat das Singen schon immer eine große Rolle in seinem Leben gespielt. Carlos Krause, dessen Familie väterlicherseits aus Mexico stammt, wird 1936 in Hamburg geboren. Er hat das große Glück, die Oberschule für Jungen in Hamburg-Eppendorf zu besuchen, die für ihren Chor berühmt ist. So kommt es, dass der Gymnasiast im Hauptchor der Hamburgischen Staatsoper mitsingen darf. Nach der Mittleren Reife verläßt er die Schule und beginnt eine typisch hanseatische Lehre zum Schiffsmakler, die ihm jedoch nicht sehr behagt Intendant Günther Rennert, der sich an den Sänger aus dem Kinderchor wohlwollend erinnert, engagiert ihn im März 1956 als Einspringer. Er bleibt sieben Jahre lang Mitglied im Chor der Staatsoper, bevor er 1963 im Fach "seriöser Bass" nach Kaiserslautern verpflichtet wird. 1968 wechselt er nach Mainz, wo er vier Jahre lang das Repertoire des "seriösen Bass" übernimmt und auch als Heldenbariton fungiert.

1975 gelingt ihm der Wechsel an die Oper Frankfurt. Hier profiliert er sich durch Engagement und Rollenintensität unter anderem als Saretzi in "Eugen Onegin", Kruschina in "Die verkaufte Braut", Geronte in "Manon Lescaut", Pistola in "Falstaff". 1993 wird er wegen seiner Verdienste zum Kammersänger ernannt. Mit der Partie des Fiorillo in Rossinis "Der Barbier von Sevilla" verabschiedet er sich 2001 vom Ensemble der Frankfurt Oper. In seiner 48jährigen Bühnenlaufbahn kann er auf etwa 300 Partien in über 5 000 Aufführungen zurückblicken. Er hat in diesen Jahren mit großen Regisseuren zusammengearbeitet wie Felsenstein, Rennert, Schaaf, Dresen, Musbach, Neuenfels und Berghaus und er hat unter so berühmten Dirigenten gesungen wie Keilberth, Knappertsbusch, Maazel, Patane, Harnoncourt, Dohnany und Gielen.
Gastspiele führten ihn nach Wien, Barcelona, Belgrad, Edinburgh, Monte Carlo, Amsterdam, Zagreb sowie seit 1988 immer wieder nach Brüssel. Zu seinen wichtigsten Auslandsgastspielen zählt er 1996 und 1997 die Aufführungen von "Der Kaiser in Atlantis" in Sarajewo und Tel Aviv.

Preiswürdig aus dem Blickwinkel der Kulturpreis-Jury wird Carlos Krause im Main-Kinzig-Kreis allerdings weniger wegen dieser steilen Sängerkarriere, als wegen seines beispielhaften Engagements für die Bad Orber Opernakademie. Seit 14 Jahren widmet sich der Sänger in den Theaterferien dem Bühnennachwuchs. Fünf Sommerwochen lang erarbeitet er mit jungen Opernsängerinnen und-sängern und einem Laienchor eine Inszenierung, in der er als Intendant, Regisseur und Mentor seine internationalen Erfahrungen in Gesang, Schauspiel, Regie und Dramaturgie weitergibt.

Seine Maximen sind: "Eiserne Disziplin, Fleiß, Kraft, Gesundheit und Energie...Und Energie ist eine der Hauptfaktoren für Ausstrahlung und Erfolg eines Opernsängers." In den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten haben in Bad Orb mehr als 100 junge Sänger gesungen, mancher hat danach ein Engagement an einem Opernhaus bekommen, allein an der Frankfurter Oper sind fünf Sängerinnen und Sänger unter Vertrag, die in der Sommer-Akademie große Partien gesungen haben. "Meine Arbeit besteht darin, den jungen Sängern die Grundformen der Darstellung beizubringen, gepaart mit natürlichem Singen," erklärt Krause und erläutert weiter: "Die berühmte Primaballerina Anna Pawlowa hat einmal gesagt, "Beherrsche die Technik völlig, - und vergiss sie ganz und sei natürlich-" das klingt sehr einfach - ist aber das Geheimnis großer Darstellung auf der Bühne."

In seiner Dankadresse verspricht Carlos Krause: "Der heutige Kulturpreis ist ein Ansporn für mich, diese Ziele mit all meiner Kraft und Energie weiter zu verfolgen."